Ja, viele Echthaar-Extensions können gefärbt werden, aber sie sollten nicht automatisch wie unbehandeltes Naturhaar behandelt werden. Die Antwort hängt von Auswahl und Verarbeitung des Haares, Ausgangsfarbe, bereits erfolgten Behandlungen und dem Anwendungssystem ab.
Bevor die Farbe einer kompletten Anwendung oder eines Sets verändert wird, gilt deshalb eine einfache Regel: immer zuerst eine Teststrähne färben.
Warum kann das Farbergebnis bei Extensions anders ausfallen?
Auch wenn Extensions aus menschlichem Echthaar bestehen, können sie bereits verarbeitet worden sein, um eine bestimmte Nuance oder gleichmäßigere Farbe zu erreichen. Zwei optisch ähnliche Haare können daher unterschiedlich auf dasselbe Farbprodukt reagieren.
Die Angabe „Echthaar“ garantiert also nicht, dass Aufhellung, Blondierung oder eine starke Tonveränderung dasselbe Ergebnis wie beim Eigenhaar der Kundin liefert.
Extensions besser dunkler färben oder aufhellen?
Grundsätzlich ist Abtönen oder Abdunkeln konservativer als Aufhellen oder Blondieren, weil beim Aufhellen Pigment entfernt wird und die Haarfaser stärker belastet werden kann.
Besonders bei bereits sehr hellen Nuancen kann eine weitere Blondierung Geschmeidigkeit und Widerstandsfähigkeit beeinträchtigen. Wenn eine starke Veränderung nötig ist, sollte möglichst eine Extension-Farbe gewählt werden, die der Zielfarbe bereits nahekommt.
Darf Farbe an die Befestigungen gelangen?
Haarfaser und technische Befestigungsstruktur müssen getrennt betrachtet werden.
Bei Systemen mit Mikrokeratin, Tape-Kleber, TPU-Trägern, Nähten oder anderen Befestigungselementen sollten Farbprodukte und besonders Aufheller nicht wahllos auf den Befestigungsbereich aufgetragen werden. Die Chemie zur Farbveränderung ist nicht dafür entwickelt, Kleber, Polymere oder Befestigungspunkte zu schützen.
Die Arbeit sollte, wenn System und Produkt es erlauben, auf die Längen konzentriert und der technische Teil der Extension geschützt werden.
Vor dem Färben: Teststrähne
Eine kleine Testpartie zeigt gleichzeitig:
- wie das Pigment angenommen wird;
- ob der Farbton dem gewünschten Ergebnis entspricht;
- wie sich die Geschmeidigkeit verändert;
- ob das Haar die Behandlung gut verträgt.
Wenn das Ergebnis nicht überzeugt, ist es deutlich eleganter, bei einer Teststrähne aufzuhören, als das Problem nach hundert Gramm gefärbter Extensions zu entdecken.
Am sichersten ist die richtige Ausgangsfarbe
Wenn möglich, ist es am vorhersehbarsten, von Anfang an eine Nuance zu wählen, die den natürlichen Mittellängen und Spitzen möglichst nahekommt, oder mehrere Töne zu kombinieren, wenn die Farbe multidimensional ist.
Im VELVET Journal finden Sie auch Wie wählt man die Farbe von Extensions online?. Zum physischen Vergleich steht außerdem VELVET Chart mit echten Haarsträhnen zur Verfügung.
Also: Kann man sie färben?
Ja, wenn Haartyp und konkrete Extension es erlauben. „Echthaar“ sollte aber nicht als automatische Freigabe für jede chemische Behandlung verstanden werden. Ausgangsfarbe, Verarbeitung und Befestigungsstruktur müssen vorher beurteilt werden, mit Teststrähne und bei größeren Veränderungen mit professioneller Unterstützung.